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Die Wildnis erteilt den Unterricht

Schüler des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums lernen im Nationalpark Schwarzwald die Natur schätzen und schützen

 

Während der Schullaufbahn am Markgraf-Ludwig-Gymnasim (MLG) besuchen die Schülerinnen und Schüler mindestens dreimal den Nationalpark Schwarzwald (NLP) - ermöglicht durch die 2017 gestartete Kooperation der Schule mit dem Park. Unterrichtet werden die Schülerinnen und Schüler draußen in der Wildnis von Lehrkräften und Waldpädagogen im Sinne einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE). Durch BNE sollen Schüler nachhaltig denken lernen um schließlich zukunftsfähig zu handeln.

 

Als eines von drei Gymnasien baden-württembergweit und einziges Gymnasium von Baden-Baden, unterzeichnete das MLG den Kooperationsvertrag 2017. Von etwa 5000 Schulen des Landes sind derzeit 19 Schulen vom Nationalpark Schwarzwald als Kooperationsschule angenommen.

 

In den Fächern Geographie, Kunst und Psychologie nutzen die Lehrkräfte sporadisch die Angebote des Nationalparks - in Biologie sind sie bereits fest im Schulcurriculum verankert

In der Unterstufe etwa, begeben sich die Schülerinnen und Schüler auf Spurensuche in den Wald des Schutzgebietes - mit etwas Glück sogar mit Schneeschuhen an den Füßen. Sie lernen die Angepasstheiten der Wildtiere an den Winter kennen. In der Mittelstufe untersuchen die Klassen das Leben unzähliger Kleinstlebewesen im Laubstreu und in der Oberstufe wird es durch die „GoWilder“- Projekttage sogar noch etwas wilder.

 

 

 

„GoWilder“, eine Mehrtagesveranstaltung, die in Kooperation des MLG mit dem Nationalpark gemeinsam erarbeitet wurde, findet auf der Hahnbrunnenwiese statt - einem Jugendcampingplatz innerhalb der Managementzone des Waldes. Im Fokus stehen Bannwald und Wirtschaftswald im Vergleich. Wilder Wald sieht anders aus als ein Wald in dem der Mensch noch wirtschaftet. Im Bannwald bestimmt alleine die Natur über Tod und Leben, die Artenzusammensetzung der Lebensgemeinschaft und die Strukturvielfalt des Ökosystems. Doch wie lässt sich dieser Unterschied messen? Und lässt sich die immense Bedeutung eines wilden Waldes für sein Ökosystem und letzten Endes den Menschen belegen?

Im Projekt „goWilder“ vergleichen die Schülerinnen und Schüler Waldstücke miteinander, die unterschiedlich lange Zeit hatten, sich ohne die Nutzung des Menschen zu entwickeln. Sie erfassen selbst empirische Daten zu biotischen und abiotischen Faktoren des Ökosystems Wald – mit Methoden, die an die Arbeitsweise der Freilandforscher des Nationalparks angelehnt sind.

Schließlich ziehen die Schülerinnen und Schüler in der Gruppe Schlüsse aus ihren wissenschaftlichen Ergebnissen. Verknüpft mit den eigenen, emotionalen Erfahrungen in der wilden Natur, diskutiert, reflektiert und bewertet jeder für sich selbst, seine individuelle Bedeutung für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft - im Sinne von BNE.

 

2015 begann das Unesco-Weltaktionsprogramm einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Das Programm zielt darauf ab, nachhaltige Entwicklung auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene zu erreichen. Im Rahmen der Bildungsplanreform 2016 wird das Thema als Leitperspektive berücksichtigt. Das Bildungskonzept fordert seither alle Schulen bundesweit auf Unterricht so zu gestalten, dass Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen und nachhaltig zu handeln - verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt, sinnvoll für eine zukunftsorientierte Wirtschaft und gerecht für die Gesellschaft, mit Respekt für kulturelle Vielfalt.

 

Verschiedene Studien haben einzelne Aspekte über die Wirkung von Naturerfahrung bei Jugendlichen untersucht, die wichtig für den Erfolg von Umweltbildung sind. Bekannt ist, dass Kinder die eigenen Erfahrungen in der Natur als bedeutungsvoll einstufen, wenn sie reich an sinnvollen Wahrnehmungen sind. Im Gegensatz dazu erinnern sich Kinder schlecht an Inhalte, die als Instruktionen über Aushänge an sie weitergegeben werden. „Eigenständiges, selbst aktives untersuchen von Waldboden, das Riechen der Erde, Sehen und Fühlen des Waldes und der Tiere - das müsste Erfolg versprechen“, so Armin Lude, Professor für Biologie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

 

Ob die Schüler und Schülerinnen des Markgraf-Ludwigs-Gymnasiums von heute folglich morgen nachhaltiger handeln, als die von gestern es heute tun, wird sich zeigen. Unterrichtet wird am MLG jedenfalls schon jetzt eine Spur wilder im Wald des Nationalpark. Und hier lehrt ein nicht zu unterschätzender Verbündeter selbst: die Wildnis!

 

Die schulischen Ansprechpartner der Kooperation mit dem Nationalpark sind Elisa Wedekind und Ulrike Schweiger.

 

     Text & Fotos: Ulrike Schweiger
 

 

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